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KI and me SID2026: Warum Unternehmen Eltern stärken sollten, um Kinder vor KI Risiken zu schützen

  • Autorenbild: Silvia Hildebrandt
    Silvia Hildebrandt
  • 5. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

KI Bots sind für viele Familien längst Alltag. Nicht nur als Hilfe bei Hausaufgaben oder zum Spielen, sondern auch als Gesprächspartner. Die klicksafe Initiative zum Safer Internet Day 2026 stellt genau diese Entwicklung in den Mittelpunkt: Unter dem Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung.“ geht es um KI Begleiter, die Nähe und Vertrautheit simulieren und dadurch Bindungen auslösen können.

Für Unternehmen ist das kein reines Privatthema. Mitarbeitende sind Eltern, Geschwister, Bezugspersonen. Wenn Kinder in KI Beziehungen rutschen, betrifft das Konzentration, Schlaf, Konflikte zu Hause, Sorgen und damit auch den Arbeitsalltag. Gleichzeitig sind Unternehmen ein wirksamer Ort, um Aufklärung niedrigschwellig anzubieten, ohne Scham und ohne erhobenen Zeigefinger.


KI Tanzt mit einem Jungen, Symbolbild Freundschaft und KI
SID 2026

Worum es bei „KI and me“ beim SID2026 konkret geht


Klicksafe beschreibt, dass generative KI Bots längst Teil des Alltags sind, auch als Companion Apps wie Character.AI. Sie erklären, beraten und bieten emotionalen Support. Problematisch wird es laut klicksafe, wenn junge Menschen sich emotional abhängig machen, intime Daten teilen, falsche Gesundheitsratschläge befolgen oder durch Deepfakes und manipulative Inhalte in die Irre geführt werden.

Wichtig ist dabei ein Begriff, den man einfach übersetzen kann: „parasoziale Beziehungen“. Gemeint sind einseitige Bindungen, bei denen ein System Nähe simuliert, aber keine echte menschliche Beziehung ist.

Und die Reichweite ist real. In der Pressemitteilung wird die JIM Studie 2025 zitiert:

ChatGPT wird demnach von 90 Prozent der 16 bis 19 Jährigen genutzt.

Warum klassische „Medienkompetenz“ oft nicht reicht


Viele Eltern denken bei Schutz im Netz zuerst an Inhalte. Gewalt, Pornografie, Extremismus. KI Beziehungen sind anders. Hier geht es um Nähe, Vertrauen und Gewohnheit. Also um etwas, das man nicht mit einem Filter löst.

Dazu kommt: Kinder erzählen es oft nicht, weil es sich nicht wie „Gefahr“ anfühlt. Es fühlt sich eher an wie Entlastung, Trost, Verständnis. Genau deshalb brauchen Eltern Sprache und Orientierung, die nicht verurteilt, sondern erklärt.


KI sitzt neben einem Kind, Symbolbild für Freundschaft zwischen KI und Kindern
Wann wird aus Spaß ernst?

Was Unternehmen konkret tun können, ohne Privatleben zu kontrollieren


Ein guter Ansatz ist: Unternehmen bieten einen sicheren Lernraum, aber keine Regeln für Familien. Es geht um Befähigung, nicht um Einmischung.

Im Folgenden sind Workshop Formate, die in Unternehmen gut funktionieren, weil sie kurz sind, kreativ, alltagsnah und ohne Technikvorwissen auskommen.


Sechs kreative Workshop Ideen für Unternehmen


1) Lunch Session „KI Freund oder Falle“

Ziel: Eltern erkennen, warum KI Bots so anziehend sein können, und welche Warnsignale es gibt.

Ablauf: 30 Minuten Input, 20 Minuten Fragen. Nutzt Beispiele aus dem Alltag: Hausaufgaben Hilfe, Chat zum Einschlafen, „immer verfügbar“.

Take away: Eine kurze Gesprächshilfe mit drei Fragen, die Eltern zu Hause nutzen können.


2) Fallwerkstatt „Was würdest du tun, wenn …“

Ziel: Sicherheit durch Üben statt durch Theorie.

Ablauf: Kleingruppen bekommen drei realistische Szenarien, zum Beispiel „Kind teilt intime Informationen“, „Kind glaubt KI Ratschlägen“, „Kind zieht sich zurück und nutzt nur noch den Bot“. Die Gruppen entwickeln jeweils eine ruhige Reaktion, einen ersten Satz und einen nächsten Schritt.

Take away: Formulierungen, die deeskalieren und Beziehung halten.


3) Prompt Challenge als Lernspiel

Ziel: Kinder und Erwachsene verstehen, wie schnell KI überzeugend wirkt und warum das nicht gleich Wahrheit ist.

Ablauf: Teams bekommen die Aufgabe, sich von einer KI eine Empfehlung geben zu lassen, zum Beispiel zu Lernstrategien, Fitness oder Konflikten. Danach prüfen sie gemeinsam: Was klingt plausibel, was ist riskant, was fehlt.

Genau diese kritische Einordnung ist Teil des Ziels, Jugendliche zu befähigen, wann KI hilfreich ist und wann manipulierend sein kann.

Take away: Eine einfache Prüfliste „Woran erkenne ich Unsinn oder Manipulation“.


Frau küsst einen KI Roboter, Symbolbild
KI ersetzt Google

4) LEGO Serious Play „Beziehung, Grenzen, Vertrauen“

Ziel: Das Unsichtbare sichtbar machen, ohne peinliche Gesprächssituationen.

Ablauf: Teilnehmende bauen mit LEGO drei Modelle: „Was fühlt sich für ein Kind nach echter Nähe an“, „Was macht eine künstliche Beziehung attraktiv“, „Welche Grenzen schützen“. Danach werden die Modelle erklärt, nicht bewertet.

Take away: Gemeinsame Sprache für ein sensibles Thema, ohne Moral.


5) Elternabend im Unternehmen, aber als Dialog

Ziel: Hemmschwelle senken.

Ablauf: Kein Vortrag, sondern moderierte Runde. Start mit drei kurzen Aussagen aus der klicksafe Logik: KI kann helfen, KI kann manipulieren, echte Bindung ist anders.

Dann Austausch: Was sehen Eltern bereits, was fällt schwer, welche Regeln funktionieren zu Hause wirklich.

Take away: Vereinbarungen, die Eltern realistisch umsetzen können, zum Beispiel „keine KI als nächtlicher Gesprächspartner“, „keine intimen Daten“, „immer ansprechbar bleiben“.


6) Safer Internet Day als interner Aktionstag mit den Kindern

Ziel: Aufmerksamkeit ohne Alarmismus.

Ablauf: Klicksafe ruft ausdrücklich auch Unternehmen zur Teilnahme am Safer Internet Day am 10. Februar 2026 und zu Aktionen im Safer Internet Month auf.

Unternehmen können das nutzen für einen Thementag oder Themenwoche: kurze Beiträge im Intranet, Mini Quiz, Workshop Slots, Material Sammlung.

Besonders praktisch: klicksafe bietet eine Schulstunde als Livestream für Klassen ab Stufe 7 an. Unternehmen können Mitarbeitenden das als Hinweis mitgeben, falls ihre Kinder oder Schulen teilnehmen möchten.


Frau lehnt sich an einen Roboter
Wenn KI zum "Vertrauten" wird

Welche Materialien sich für den SID2026 eignen

Klicksafe stellt im Kontext des SID2026 Unterrichtsmaterial bereit, das niedrigschwellig aufgebaut ist und Jugendliche zur eigenen Meinungsbildung anregt.

Für Unternehmen heißt das: Man muss nicht alles selbst entwickeln. Man kann kuratieren, übersetzen und in passende Formate bringen.


Warum Unternehmen davon profitieren, Mitarbeitende Eltern im Rahmen des SID2026 zu stärken


Unternehmen unterstützen Familien nicht „aus Nettigkeit“, sondern weil es messbar auf Stabilität wirkt. Wenn Kinder durch KI Bots verunsichert, emotional gebunden oder durch Inhalte überfordert werden, landet das nicht im Privaten. Es landet in Konzentrationsproblemen, Schlafmangel, Sorgen, Fehlzeiten und innerer Kündigung. Frühzeitige Aufklärung ist Prävention. Für Kinder und dadurch Ihre Eltern.

Gleichzeitig zahlt das Thema direkt auf Arbeitgeberattraktivität ein. Wer Mitarbeitenden zeigt, dass ihre Lebensrealität ernst genommen wird, stärkt Vertrauen und Bindung. Gerade Eltern empfinden es als Entlastung, wenn sie Orientierung bekommen, ohne belehrt zu werden.

Und nicht zuletzt ist es auch Risikomanagement. Wenn Mitarbeitende verstehen, wie KI Systeme funktionieren, welche Daten sie preisgeben und wo Manipulation beginnt, sinkt die Wahrscheinlichkeit von unbedachten Datenteilungen, Social Engineering und Sicherheitsvorfällen. Aufklärung für Familien wirkt damit doppelt: Sie schützt Kinder und stärkt die Sicherheitskultur im Unternehmen.

Kurz gesagt: Eltern zu befähigen ist ein Hebel für weniger Belastung, höhere Stabilität und eine reifere digitale Kultur.


Schlussgedanke

Kinder brauchen keinen perfekten Schutzraum. Sie brauchen Erwachsene, die ruhig bleiben, Fragen stellen können und wissen, dass KI Nähe simulieren kann, ohne Beziehung zu sein. Genau dabei können Unternehmen helfen, indem sie Mitarbeitende als Eltern stärken.

Wenn ein Workshop am Ende nur eines erreicht, dann wäre es das: Eltern haben nach dem Termin einen Satz parat, der die Tür öffnet, statt sie zuzuschlagen.


Beispielfrage für zu Hause:„Was genau gefällt dir an dem Bot, und was kann er nicht, was echte Menschen können?“

Eigene Meinung zum SID2026


Ich habe ehrlich gesagt selbst eine Weile überlegt, ob ich mich an der Aktion beteiligen soll, weil ich keine eigenen Kinder habe. Gleichzeitig arbeite ich täglich in Unternehmen daran, KI sinnvoll einzuführen und Akzeptanz aufzubauen. Und genau deshalb sehe ich mich in der Verantwortung, mein Wissen nicht nur für Produktivität und Effizienz zu nutzen, sondern auch für Aufklärung.

Der Impuls kam aus einem Gespräch. Bei einem Kundenprojekt, in dem wir eine KI Einführung umgesetzt und kommunikativ über Change Architektur begleitet haben, sagte mir eine Mitarbeiterin des Kunden, wie froh sie sei, dass wir auch über den Tellerrand hinaus erklären, wozu KI gut ist und wo Risiken liegen. Der Satz, der hängen blieb, war:

Meine 13-jährige Tochter nutzt ChatGPT als ihr Tagebuch.

In dem Moment war klar, warum „KI and me“ nicht nur ein Schulthema ist. KI ist längst Teil von Familienalltag, Nähe, Vertrauen und Gewohnheiten. Und wenn wir als Unternehmen und Dienstleister KI vorantreiben, sollten wir auch dazu beitragen, dass Menschen und insbesondere Eltern verstehen, was da gerade passiert.


Wie sehr ihr das? Seid ihr Berater, Unternehmen oder Dienstleister? Sehr ihr euch in der Rolle auch aufzuklären? Oder denkt ihr, dass sollte eine andere Instanz übernehmen?


Silvia Hildebrandt Geschäftsführung Hilstayn
Silvia Hildebrandt

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